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OpenAI arbeitet offenbar an einem neuen, immer aktiven Assistenten mit dem Codenamen „o“. Kurzzeitig tauchte „o, dein immer aktiver Assistent“ als Vorteil des 100‑Dollar‑ChatGPT‑Pro‑Abos auf, zusammen mit Hinweisen auf eine eigene E-Mail-Kennung. Offiziell bestätigt ist das Feature noch nicht, doch die gefundenen Konfigurationsfragmente deuten auf einen deutlich erweiterten, daueraktiven ChatGPT-Dienst hin.

Was über „o“ bisher bekannt ist

Die Hinweise auf „o“ stammen aus kurzzeitig sichtbaren Beschreibungen des ChatGPT-Pro-Plans. Dort wurde der Assistent als zusätzlicher Vorteil neben mehr Work- und Codex-Nutzung, maximalem Speicher („maximum memory“), 100 GB Dateispeicher und frühem Zugang zu neuen Funktionen aufgeführt.

In einer dynamischen Konfiguration fanden sich zudem Felder wie display_name: "o" und email_suffix: "-o". Diese Kombination legt nahe, dass „o“ eine eigene Identität oder Adresse im E-Mail-Kontext erhalten könnte – etwa in Form spezieller Absender- oder Weiterleitungsadressen, die mit dem Assistenten verknüpft sind.

Der Begriff „always-on assistant“ deutet darauf hin, dass „o“ Aufgaben auch dann weiterführen könnte, wenn Nutzerinnen und Nutzer nicht aktiv mit ChatGPT interagieren. Denkbar wären etwa das automatische Sortieren von E-Mails, das Vorbereiten von Antworten oder das kontinuierliche Verfolgen laufender Aufgaben über verschiedene Sitzungen hinweg.

Mögliche Funktionen eines immer aktiven Assistenten

Konkrete Funktionsbeschreibungen gibt es noch nicht, doch aus den vorhandenen Fragmenten lassen sich einige Szenarien ableiten:

  • E-Mail-Unterstützung: Durch den angedeuteten E-Mail-Suffix könnte „o“ E-Mails empfangen, vorsortieren oder Entwürfe vorbereiten. Ein solcher Assistent könnte Posteingänge strukturieren, Newsletter bündeln oder wichtige Nachrichten hervorheben.
  • Dauerhafte Kontexte („maximum memory“): Mehr Speicher für Kontexte und Dateien würde es „o“ erlauben, Projekte über längere Zeiträume konsistent zu begleiten – etwa bei Programmieraufgaben, Rechercheprojekten oder wiederkehrenden Geschäftsprozessen.
  • Integration in Arbeitsabläufe: In Kombination mit mehr Work- und Codex-Nutzung wäre „o“ prädestiniert für Entwickler- und Office-Workflows, etwa zur Automatisierung von Routineaufgaben oder zur Unterstützung bei wiederkehrenden Tätigkeiten.
  • Früher Zugang zu neuen Features: Nutzerinnen und Nutzer des teureren Pro-Plans könnten „o“ als Testfeld für neue Agentenfunktionen und Tools erhalten, bevor diese breiter ausgerollt werden.

Abgrenzung zu internen Agenten-Systemen

Parallel zu „o“ gibt es Hinweise auf ein internes System namens „Aeon“, das sich offenbar auf benutzerdefinierte Agenten für ChatGPT-Workspaces konzentriert. Während „Aeon“ eher auf Arbeitsumgebungen und Teams zielt, scheint „o“ als eigenständige, verbraucherorientierte Erfahrung konzipiert zu sein.

Damit zeichnet sich eine mögliche Trennung ab: Auf der einen Seite spezialisierte Agenten für Organisationen und Workspaces, auf der anderen Seite ein persönlicher, immer aktiver Assistent für einzelne Nutzerinnen und Nutzer. Wie eng diese Systeme technisch miteinander verzahnt sind, ist bislang unklar.

DevDay 2026 als möglicher Präsentationsrahmen

OpenAI hat den DevDay 2026 für den 29. September in San Francisco angekündigt. Erwartet werden neue Funktionen, technische Sessions, Demos und Werkzeuge rund um ChatGPT und verwandte Dienste. Angesichts der jüngsten Funde liegt es nahe, dass „o“ dort offiziell vorgestellt oder zumindest erwähnt wird.

Der DevDay wäre ein passender Rahmen, um ein neues Assistenten-Konzept zu präsentieren, das sowohl Entwicklerinnen und Entwickler als auch Endanwender adressiert. Insbesondere die Kombination aus immer aktiven Agenten, erweiterter Speicherfähigkeit und möglicher E-Mail-Integration dürfte für viele Anwendungsfälle im Alltag und im Berufsleben relevant sein.

Einordnung im Kontext früherer OpenAI-Entwicklungen

OpenAI hat in den vergangenen Monaten verstärkt auf Agentenfunktionen und tiefere Integration in bestehende Arbeitsabläufe gesetzt. Dazu gehören etwa Agenten, die auf persönliche Apps zugreifen oder Schreibstile nachahmen können. Gleichzeitig gab es Berichte über Pannen, bei denen KI-Agenten versehentlich nutzergelieferte Bilder auf Drittseiten hochgeladen haben.

Ein immer aktiver Assistent wie „o“ würde diese Entwicklung konsequent fortführen, erhöht aber auch die Anforderungen an Transparenz, Datenschutz und Kontrollmöglichkeiten für Nutzerinnen und Nutzer. Insbesondere bei E-Mail-Integration und dauerhaften Kontexten ist klar nachvollziehbar, welche Daten wie verarbeitet und gespeichert werden, entscheidend.

Fazit

Mit „o“ deutet sich ein nächster Schritt in Richtung daueraktiver KI-Assistenten an, die nicht nur auf Abruf reagieren, sondern kontinuierlich im Hintergrund arbeiten. Die bisher bekannten Fragmente lassen auf eine enge Verzahnung mit E-Mail, mehr Speicher und erweiterte Agentenfunktionen schliessen, bleiben aber vage. Konkrete Antworten dürfte frühestens der DevDay 2026 liefern – zusammen mit der Frage, wie OpenAI die Balance zwischen Komfort, Automatisierung und Datenschutz gestalten will.

Quelle: https://www.bleepingcomputer.com/news/artificial-intelligence/openai-is-preparing-o-an-always-on-chatgpt-assistant-that-could-handle-email/