19.05
In Computer Science ,Fischerman's Writing ,KI/AI ,Networking ,Sec-Tools | Tags: Der Fischerman und die KI
Es gibt unzählige Tools, die Netzwerke überwachen können…und praktisch alle machen dasselbe:
- Sie scannen…permanent,
- Ping hier,
- Portscan dort,
- Broadcasts, die ganze Zeit Broadcasts,
- Discovery-Traffic im Sekundentakt.
Viele dieser Tools benehmen sich im Netzwerk wie jemand, der alle fünf Minuten laut durch den Raum schreit: „I S T N O C H J E M A N D D A … H A L L L L O O O ?!“
Technisch ist daran nichts falsch. Aktive Scanner haben absolut ihre Berechtigung und deren Ziel ist es zuverlässig zu erkennen ob Devices online sind oder nicht. Auch wird dieser Traffic im Normalfall keine Leitung verstopfen, weil es relativ wenig Traffic ist, aber irgendwann, nach der 100sten Analyse im eigenen Netz und immer und immer wieder Filter für das Geschreie bauen bis man findet was man sucht, nervt es dann halt schon mit der Zeit, Ja, nicht alle, aber ein paar nerven sich darüber (vielleicht 😉
Und je länger ich darüber nachdachte, desto offensichtlicher wurde eine einfache Frage:
Warum erzeugen wir eigentlich dauernd zusätzlichen Monitoring Traffic, wenn das Netzwerk ohnehin permanent mit sich selbst spricht?

Und genau daraus entstand dann die Idee für SilentMap.
- Ein Netzwerk-Monitor, der primär einfach still zuhört,
- Keine aggressiven Discovery-Scans,
- Kein permanentes Herumpingen (naja ein ganz klein wenig vielleicht 😉
- Kein „ich muss jetzt sofort alles wissen“-Verhalten,
- Einfach leise beobachten,
- Denn die Realität ist eigentlich ziemlich simpel:
Ein normales Netzwerk labert permanent vor sich hin.
Geräte senden ständig irgendwelche Informationen aus. ARP, mDNS, DHCP, Service-Ankündigungen, Broadcasts, Keepalives, irgendwelcher Smart-Home-Kram der wieder mit irgendetwas reden will… das Netz spricht die ganze Zeit mit sich selbst…und genau das wollte ich ausnutzen, nicht noch mehr Traffic erzeugen, sondern den Traffic verwenden, der ohnehin bereits existiert.
Das eigentlich Spannende an dem Projekt war dann aber gar nicht unbedingt die technische Idee selbst, sondern wie das Ganze entstanden ist. Denn SilentMap ist das erste Projekte, bei dem ich wirklich konsequent mit Claude Code gearbeitet habe.
Nicht nur einfach als sehr gute Coding-Machine , sondern auch als technischer Sparring-Partner.
Ich schickte Claude oft einfach nur eine Idee oder ein Problem und begann darüber mit Claude zu diskutieren. Daraus entstanden dann Architektur-Vorschläge, Refactorings, neue Ansätze für Collector-Designs oder Überlegungen zur Datenstruktur.
Das Projekt entwickelte sich dadurch ziemlich schnell weiter. Aus einem kleinen Experiment entstand plötzlich Schritt für Schritt eine deutlich sauberere Architektur mit Event-Bus, modularen Collectors, Device-Registry und Alerting.
Der erste Prototyp lief ursprünglich mit Python, Scapy und Flask. Funktionierte problemlos, fühlte sich für einen dauerhaft laufenden Netzwerk-Service aber irgendwann unnötig schwergewichtig an.
Go passte dafür einfach besser:
Single Binary, wenig RAM-Verbrauch, einfache Concurrency und unkompliziertes Deployment.
Und genau das faszinierte mich an dem Projekt am meisten:
Nicht nur das Tool selbst, sondern die Tatsache, wie stark sich die Art des Entwickelns gerade verändert.
Man arbeitet nicht komplett alleine vor dem Editor, sondern diskutiert Ideen laufend mit einem System, das aktiv mitdenkt und oft überraschend brauchbare Vorschläge liefert.
Natürlich lief nicht immer alles perfekt. Teilweise musste ich stark eingreifen oder Ideen wieder vereinfachen, damit daraus kein Overengineering wurde. Aber genau diese Dynamik machte die Arbeit extrem interessant. Ein Schwachpunkt den anscheinend alle LLMs mit sich teilen ist hierbei übrigens das UI Design. Kleine Änderungen in CSS arten oft in etliche Iteration aus, manchmal ist es aufwändiger ein Icon genau platzieren zu lassen, als eine komplette Funktion durch eine andere zu ersetzen.
Abschliessend kann ich dazu sagen, es macht wesentlich mehr Spass mit grossen Cloud LLMs Code schreiben (zu lassen) als mit diesen Maschinen zu chatten. Programmieren funktioniert damit sehr, sehr autonom, ich habe keine Ahnung wie Go funktioniert, habe aber mit Hilfe einer LLM eine funktionierende Applikation in’s Internet gestellt. Auf diese Art von Freiheit warte ich schon seit Microsoft das erste Visual Basic vorstellte. Nix daran war Visual ausser die IDE, Code Syntax musste man immer noch selbst schreiben, im Grunde genommen war es ein grosser Fake für alle die nicht den ganzen Tag damit beschäftigt waren, Code zu schreiben. Aber diese Zeit ist vorbei, das KI-Zeitalter ist da, Code können nicht mehr nur Porgrammierer (Sry Coder, ich mag Euch trotzdem sehr!) schreiben, auch der Nullachtfünzen-IT-Mensch kriegt nun mithilfe von LLMs in ein paar Tagen seine eigene, persönliche Applikation zum laufen. Build statt buy or download wird die Software Welt sicher nachhaltig verändern, mal schauen ob es zum Guten oder Schlechten wird, wahrscheinlich, wie immer ja Beides …
Aja und wenn Ihr SilentMap mal ausprobieren möchtet, es läuft komplett in einem Docker Container und kann via DockerHub installiert werden, oder es läuft als StandAlone auf ARM und X86, hier die nötigen Seiten dazu:

- SilentMap Fischerman.ch Projekt Seite
- SilentMap auf GitHub mit komplettem Sourcecode und technischen Details
- SilentMap auf Docker.com als Container zur schnellen Installation (mit Anleitung).


Und...wetsch das Cookie ha öder nöd ?
And...do you want the cookie or not ?
Comments are closed.